Bestandsaufnahme

„Alles, was ich nicht selbst bin, hält nicht.“ Der aktuelle Blog Post von Steffen Böttcher unterstreicht genau das, was ich gerade versuche in Worte zu fassen. Der Stilpirat Der Sommer ist ja nun endgültig vorbei und obwohl es in 2015 noch viel zu erleben gibt, schaue ich schon jetzt manchmal zurück und überlege, was bei mir alles so passiert ist. In vielerlei Hinsicht war es ein riesengroßes Abenteuer und auch jetzt weiß ich gar nicht wohin mit mir und dem was gerade alles so passiert. 

Fotografisch muss ich gestehen, dass ich mich wenig darauf konzentriert habe, was ich ursprünglich eigentlich mal als Ziel vor Augen hatte. So viele Trends, Stile und Fotografen haben mich beeinflusst, abgelenkt und irgendwie auch durcheinander gebracht. 

Mein Vorhaben, mit Fotografie mehr Geld zu verdienen, hat mich in die Portrait- und Hochzeitsfotografie hereinschnuppern lassen. Ja, kein Witz! Zum ersten Mal habe ich mit meiner Art zu fotografieren, Menschen tatsächlich glücklich gemacht und könnte gleich mehrere Posts darüber schreiben, was die Hochzeitsfotografie mit all ihren zwischenmenschlichen Facetten eigentlich für eine Wahnsinnsnummer ist. Ich mag auch die Ästhetik der modernen Hochzeitsreportage ja echt gerne, aber eigentlich ist das ja ein Genre, mit dem man mich ja auch so gar nicht in Verbindung bringen würde. Mittlerweile sind damit Monate vergangen und ich muss sagen, dass ich die damit verbundene Arbeit unterschätzt habe. Zwischen der künstlerischen Fotografie und dem Versuch, Lizenzen und Nutzungsrechte zu verkaufen auch noch die Arbeit am Wochenende und die Entwicklung von jeweils über 1.000 Bildern unter einen Hut zu bringen… Vergiss es! Zwischenzeitlich wusste ich gar nicht mehr, was für eine Art von Fotograf ich eigentlich sein möchte. 

Ich wusste allerdings, auf was ich mich da einlasse. Fotografie ist und war schon immer ein stetiges Lernen und irgendwie auch eine Reise ins eigene Ich. Stand ich doch eines kalten Tages auf dem Helikopterdeck der Polarstern und fotografierte Landschaften, die (Achtung Star Trek!) „noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat“ und plötzlich finde ich mich in der Kirche wieder und fotografiere den Kuss des Brautpaares. Beides auf seine ganz eigene Art besonders – Beides viel Arbeit! Heute Landschaften bearbeiten, morgen Partyfotos sortieren? Das geht ganz schön an die Substanz! Das ist doch ganz normale Arbeit würde man vielleicht sagen, aber ich komme gefühlsmäßig damit schnell durcheinander. Erst Augenringe der Trauzeugin retuschieren und danach schnell noch ein Bild mit „Epic Mountains ever“ hochladen.. Das passt ja schon für´s Portfolio ja so gar nicht zusammen. 

So habe ich mir für die nächsten Monate vorgenommen, den Ball in Zukunft etwas flacher zu halten und mich zu fragen, was ich fotografisch eigentlich mal erreichen wollte.